
MGM streicht 1.000 Stellen zwecks Kostensenkung
Um seine Finanzziele 2020 zu verwirklichen baut der Casinokonzern MGM Resorts International bis Anfang Juni 1.000 Arbeitsplätze ab. Obgleich MGM positive Umsatzzahlen schreibt, sind die ersten 254 Entlassungen sind bereits offiziell. Entlassene Mitarbeiter sprechen in US-amerikanischen Medien von einem personalen „Blutbad“.
Im Rahmen seines im Januar präsentierten strategischen Effizienzplans „MGM 2020“ will MGM bereits bis Ende Juni 1.000 Stellen abbauen. Die Bestätigung der Maßnahme erfolgte jüngst von Seiten des Chief Financial Officers MGM, Corey Sanders. Von den Entlassungen seien demnach vorwiegen Spitzenpositionen betroffen. Eine erste Welle von 35 Kündigungen ist bereits im März erteilt worden. Indessen sind bereit 254 Entlassungen offiziell gültig. Laut Sanders seien die meisten der Mitarbeiter entsprechend entschädigt und in Vorpension geschickt worden.
Welche Mitarbeiter genau von den kommenden Kündigungen betroffen sein werden, ist bisher noch unklar. Unabhängig davon gestaltet sich das Procedere entgegen den Aussagen von Sanders in den US-Medien eher dramatisch: In der örtlichen Tageszeitung Nevada Current berichten anonyme ehemalige Mitarbeiter derweil sogar von einem abteilungsübergreifenden „Blutbad“. Der Abbau habe sich demnach nicht nur auf das Management fokussiert, sondern ebenso auf normale Angestellte und Berufseinsteiger. Den Berichten zufolge heißt es im Wortlaut:
“Erst nach sechs Stunden wusste ich, dass ich entlassen werde. Alle liefen herum und weinten. Einige haben nicht einmal mehr ihre Schreibtische ausgeräumt. In meiner Abteilung sind von 42 Mitarbeitern nur noch 15 übrig. Ein Vizepräsident akzeptierte die freiwillige Absetzung. Drei Direktoren und fünf Managern wurde gekündigt. Der Rest waren alles nur Kommunikations- und Veranstaltungsspezialisten und Video-Spezialisten.”
Den klaren Worten schließen sich weitere Abteilungen und ehemalige Mitarbeiter an. Demzufolge wurde den bisher gekündigten Arbeitnehmern lediglich ein Monatsgehalt als finanzielle Abfindung ausgezahlt. Das Szenario erstreckte sich überdies gleich auf mehreren Ebenen und in mehreren Etablissements gleichzeitig. Eine anonyme Ex-Mitarbeiterin aus dem Kundenservice erklärt den Umfang der Maßnahmen wie folgt:
“Mit meinem Team fing es an, das gesamte Team aus vier Spezialisten wurde entlassen. Das gesamte Nachbar-Team von vier Spezialisten und Managern im Bereich Social Resolution ebenfalls. Außerdem kenne ich zwei Social Media-Strategen, die entlassen wurden und mindestens drei Verwaltungsangestellte, darunter ein Mitarbeiter an der Rezeption.”
Entlassungen trotz Umsatzwachstum
Laut Sanders ist der Stellenabbau Teil des Strategieplans MGM 2020. Die Agenda sieht eine 200 Mio. USD schwere Umsatzsteigerung bis 2020 vor, unter anderem durch Expansionen in Asien, insbesondere in Japan. Um die Kosten zu senken, werde in diesem Kontext ein Personalabbau von 3% vorgehsehen. Dazu wird im Rahmen einer aktuellen Umstrukturierung eine „Zentralisierung“ des Konzerns vorgenommen, was Sanders zufolge ein weiterer Grund für die Entlassungen ist.
Kritisiert wird in diesem Zusammenhang vor allem, dass es zu den Entlassungen kommt, obwohl der Casinogigant erst kürzlich positive Q1-Ergebnisse veröffentlichte. Im Vergleich zum Vorjahr konnte MGM eine Zunahme des Gesamtumsatzes von rund 13% erzielen. Allein die regionalen Casino-Einnahmen stiegen gemessen am Q1 2018 um satte 23% – man habe die „Erwartungen übertroffen“, hieß es von Seiten des Geschäftsführers Jim Murren.
In der Tat haben lediglich die Las Vegas-Strip Casinos im Q1-Vergleich eher schlecht abgeschnitten. Die Verluste werden jedoch durch Zuwachsraten im asiatischen Raum ausgeglichen. Dass es unter diesen Voraussetzungen zu einem länger anhaltenden sozialen Aufschrei mit Blick auf die Entlassungen kommen wird, liegt auf der Hand. Ein Statement von Seiten des Unternehmens gab es diesbezüglich bisher nicht.