
Glücksspiel in Großbritannien: Regierung plant Werbeverbot am Tage
Wie es aus entsprechend unterrichteten Kreisen heißt, so plant die Regierung des Vereinigten Königreichs (UK) ein Werbeverbot für Glücksspiel- und Wettanbieter. Dieses soll aber nicht allumfassend wirken, sondern sich nur auf die Tageszeit beschränken. In der Nacht dürften Anbieter für Glücksspiel und Wetten dann wieder für sich und ihre Produkte respektive Dienstleistungen werben. Natürlich lassen sich werbende Botschaften auf den Fenstern und Fassaden von Kasinos sowie Spielhallen am Tage nicht einfach „ausschalten“. Auch Plakate sind ein in diesem Fall kritisches Werbemittel. Deshalb beschränkt sich der Gesetzesentwurf derzeit nur au Fernseh-Spots, wie The Times berichtet.
Kinder sehen Glücksspiel und Wetten als normal an
„Eine steigende Anzahl von Kindern“, so berichtet The Times, „sehen Glücksspiel aufgrund von Werbung als etwas Normales an; vor allem während Fußballspielen, glauben Experten.“ – Die Zeitung spricht damit die Werbung an, welche nicht nur bei Sportereignissen im Fernsehen gezeigt wird, sondern auch jene Werbung auf der Bekleidung der Sportler und an den Banden des Fußballfelds. Es ist kein Geheimnis, dass viele Glücksspiel- und Wetten-Anbieter sich als Sponsoren von Sportereignisse oder sogar ganzen Mannschaften hervortun. Das ist immerhin der aufmerksamkeitsstärkste Weg, die Zielgruppe zu erreichen – zumindest im Hinblick auf Sportwetten.
Welche Folgen hätte das Werbeverbot?
Dieser Frage hat sich unter anderem das Finanzunternehmen Barclays angenommen. Dieses meint, dass sich das Werbeverbot, so es denn durchgesetzt wird, vor allem auf kleinere Anbieter auswirken wird. Einen negativen Einfluss auf den Kundenzulauf und den Umsatz von etablierten Riesen aus dem Glücksspiel- und Wetten-Bereich werde ein solcher Beschluss nicht haben. Die Nutzung von Online Casinos und Buchmachern wird laut einer Einschätzung zudem zu 25 % durch das entsprechende Marketing bedingt. Einige Einbußen könnte es durch ein Werbeverbot also geben.
„Ein Verbot dieser Art hätte einen Einfluss auf alle Firmen dieser Branche.“, sagt eine Notiz von Barclays aus. „Dennoch glauben wir, dass Unternehmen wie William Hill, Paddy Power und Betfair mit weithin bekannten Marken und gut aufgestellten Webseiten / Apps weniger darunter leiden werden als kleinere und weniger bekannte Anbieter […]“
Wäre so ein Verbot auch in Deutschland denkbar?
Wie bekannt sein dürfte, so kann Glücksspiel eine Sucht auslösen. Das Gleiche lässt sich über Alkohol- und Tabakwaren sagen. Für diese Produkte gibt es in Deutschland schon strenge Werberegularien. Obwohl Tabakwaren dabei mehr betroffen sind als beispielsweise Bier und andere alkoholische Getränke. Im Hinblick auf Wetten und dergleichen gibt es seitens des Staats sicher einen Zwiespalt. Denn es gibt in diesem Bereich auch staatliche Angebote, Lotto etwa. Hier begnügt man sich bisher, den Disclaimer „Teilnahme erst ab 18. Glücksspiel kann süchtig machen.“ in die Werbung einzubinden. Ein Werbeverbot ist daher hierzulande nicht abzusehen, aber auch nicht unmöglich.
Wann wird über das neue UK Gesetz entschieden?
Aus Kreisen der Regierung heißt es britischen Medien nach, dass der Gesetzesentwurf in den nächsten Wochen geprüft und beraten wird. Ein Werbeverbot für Wetten und Glücksspiel in UK während der Tageszeit könnte also noch bis Ende 2016 zum Gesetz werden. Ob und wie sich dies auf die Gestaltung von Fußballer-Trikots auswirken kann und wird, das muss sich dann zeigen.