Die Altstadt von Bremen.

Bremen will neues Glücksspielgesetz

Deutschlands Bundesland Bremen möchte das bestehende Landes-Glücksspielgesetz ändern und den Spielerschutz erhöhen. Das soll erreicht werden, indem einerseits die Anzahl der Spielhallen verringert wird und andererseits soll zum Beispiel das Mindestalter für das Betreten von Casinos erhöht werden. Weitere Ideen sollen dazu führen, dass Glücksspiele seltener genutzt werden. Die von der Bremer Innenbehörde vorgestellten Ideen würden erst ab Ende 2024 greifen.

Eine der wichtigsten und interessantesten Ideen der Bremer Innenbehörde liegt darin, das Mindestalter auf 21 Jahre zu erhöhen. Somit würde die Personengruppe zwischen 18 und 21 Jahren geschützt werden. Viele Experten sind der Meinung, dass diese Gruppe besonders geschützt werden muss, da es sich um Personen handelt, die zum ersten Mal ein eigenes Gehalt beziehen und deshalb nicht unbedingt verantwortungsbewusst damit umgehen.

Zusätzlich zu dieser Idee sollen in Spielhallen und Casinos in Zukunft keine Getränke und Speisen mehr ausgegeben werden. Ferner dürfen die Spieler keine eigenen Getränke mehr mitbringen. Hinter dieser Idee steckt, dass durch den Verzicht auf Speisen und Getränke die Aufenthaltsdauer verringert wird. Bei einer verringerten Aufenthaltsdauer geht die Bremer Innenbehörde davon aus, dass auch weniger gespielt und somit auch weniger Einsätze getätigt werden.

All dies soll dazu führen, dass der Spielerschutz erhöht wird, indem das Risiko gemindert wird, eine Spielsucht zu entwickeln. Laut Innenminister Ulrich Mäurer sind 1,3 Millionen Personen in Deutschland von einer Spielsucht oder zumindest von einem problematischen Spielen betroffen. Um diese Personengruppe zu schützen und um zu verhindern, dass diese Zahl weiter steigt, hat die Bremer Innenbehörde weitere Ideen entwickelt.

Mindestabstand zwischen den Spielstätten soll erhöht werden

Eine Idee verschärft die Regeln des deutschen Glücksspielstaatsvertrages: Es soll der derzeit gültige Mindestabstand von 250 Metern zwischen den Spielstätten auf 500 Meter erhöht werden. Demzufolge müssten mehrere Spielhallen ihren Betrieb einstellen, wenn deren Lizenz abläuft. Die Lizenzen für den Betrieb von Spielhallen laufen in Bremen im Jahr 2024 aus. Aus diesem Grund hat die Bremer Innenbehörde die Idee, dass die neuen Regeln erst ab Ende 2024 gültig werden.

Die verschärfte Abstandsregel führt dazu, dass einige Glücksspielanbieter ihren Betrieb aufgeben müssen. In erster Linie betrifft es diejenigen, die mehrere Filialen unterhalten. Sollte es mehrere Anbieter mit einer gleich hohen Anzahl an Filialen geben, entscheidet das Los. Bis dahin kann sich kein Betreiber einer Spielhalle in Sicherheit wiegen. Eine Entscheidung wird wohl erst im Jahr 2024 getroffen werden.

Bremen nimmt andere Bundesländer als Vorbild

Bremen möchte die Spielersicherheit des Deutschen Glücksspielstaatsvertrages erhöhen und nimmt hierzu die Vorschriften anderer Länder als Vorbild. So hat zum Beispiel Berlin bereits im Jahr 2011 den Mindestabstand auf 500 Meter erhöht. Hierdurch konnte die Anzahl der Spielstätten um 80 Prozent reduziert werden. Bezüglich des Mindestalters gestaltet es sich so, dass auch andere Länder wie Niedersachsen das Alter erhöht haben. Inwiefern dies den Spielerschutz erhöht, kann noch nicht abschließend beantwortet werden.